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Ich ziehe den Stammbaum aus dem Archiv...

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Ahnenforschung in Tschechien: Wie man im Internet beginnt

Grafische Darstellung eines Stammbaums mit Verbindungen in der MyHeritage-Benutzeroberfläche

Die Erstellung eines Stammbaums ist heute zugänglicher denn je, bleibt aber dennoch ein Dauerlauf. Wappnen Sie sich mit Geduld – auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut!

Wie Sie das Ganze angehen, habe ich in 9 Schritten zusammengefasst. Ich erkläre Ihnen, wie Sie mit Dokumenten arbeiten, Verwandte befragen oder wo Sie in Online-Kirchenbüchern suchen können. Alles, was Sie brauchen, ist ein Computer (natürlich geht es auch auf Papier), ein wenig Neugier und die Lust am Forschen. Am meisten werden Sie jedoch Ihre grauen Zellen anstrengen müssen.

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Schnellstart: Ihr tschechischer Stammbaum in 5 Minuten

Mein handschriftlich verfasster Stammbaum

Keine Zeit, lange Anleitungen zu lesen?

Erledigen Sie diese 4 Schritte und das Grundgerüst steht noch heute:

1 Skizze 2 Familie 3 Dokumente 4 Online-Baum

Praxisbeispiel: Sie finden heraus, dass Ihr Urgroßvater 1892 in Radnice geboren wurde → Sie finden ihn im Online-Kirchenbuch → ermitteln seine Eltern → und rücken eine weitere Generation vor.


Kernbotschaft: WO!

Die wichtigste Angabe ist WO und erst danach WANN. Notieren Sie sich bei jeder Person Geburts-, Heirats- und Sterbeort. Ohne Ortsangabe werden Sie in den Matriken nichts finden.

Grundregel: Von Bekannt zu Unbekannt

Arbeiten Sie sich immer von sich selbst ausgehend in die Vergangenheit vor. Springen Sie niemals direkt ins 18. Jahrhundert ohne verifizierte Eltern, sonst verlieren Sie sich hoffnungslos.

Tipp: Quellen immer notieren

Notieren Sie bei jedem Namen sofort, woher die Information stammt (z. B. „Tante Jana“ oder „Heiratsurkunde der Oma“). Andernfalls werden Sie in einem Jahr alles erneut suchen müssen.

  • Erstellen Sie eine schnelle Skizze (auch unvollständig)

    Papier und Bleistift sind für den Anfang am besten. Zeichnen Sie eine „Stammbaum-Spinne“ der Familie, die Sie kennen, und Sie werden sofort sehen, wo noch Lücken klaffen.

  • Befragen Sie Zeitzeugen

    Beschränken Sie sich nicht auf trockene Daten. Fragen Sie nach Familienlegenden, Klatsch und Wohnorten. Diese Indizien sind in den Archiven oft entscheidend.

  • Durchsuchen Sie Schubladen

    Suchen Sie nach alten Geburts-, Heirats- oder Sterbeurkunden. Jedes gefundene Dokument erspart Ihnen wochenlanges Warten auf Antworten von Behörden oder mühsames Blättern in Online-Matriken.

  • Legen Sie einen Online-Stammbaum an

    Übertragen Sie die Skizze zu MyHeritage (komfortabel, auf Deutsch) oder FamilySearch (kostenlos). So behalten Sie den Überblick und müssen Daten nicht unnötig doppelt suchen.

Lust auf eine tiefere Recherche?

Wenn Sie der Forschung mehr Zeit widmen möchten, fahren Sie unten mit der detaillierten Anleitung fort. Schritt 5: Wie man Aufzeichnungen und Notizen aus der Online-Suche richtig führt

Schritt 1: Erstellung eines einfachen „vorläufigen“ Stammbaums auf Papier

Stammbaum auf Papier geschrieben

Zeichnen Sie Ihren Stammbaum für den Anfang auf Papier. In der Regel werden Ihnen Vater, Mutter, Onkel, Tanten, Großväter, Großmütter sowie eventuell Urgroßeltern bekannt sein. Falls Ihre Eltern noch leben, fragen Sie sie nach weiteren Verwandten und zeichnen Sie diese auf dasselbe Papier. Fragen Sie vor allem nach Geburts-, Heirats- und Sterbeorten sowie Daten.

Tipp für den allerersten Anfang:
Die wichtigsten Informationen für den Start der Suche finden sich in den Geburts-, Tauf- oder Heiratsurkunden der ältesten lebenden Vorfahren oder Ihrer Eltern. Diese Dokumente sind der Schlüssel, der Ihnen die Tür zu einer tieferen Vergangenheit in den Archiven öffnet.

Schritt 2: Befragung lebender Vorfahren und Verwandter

Historisches Schwarz-Weiß-Foto von Kindern der Familie Řábek

Nehmen Sie den gezeichneten Stammbaum, die Dokumente und Fotos zur Hand und befragen Sie erneut die ältesten Familienmitglieder, sowohl nahe als auch entfernte Verwandte. Notieren, filmen oder fotografieren Sie sorgfältig alles, was man Ihnen sagt und zeigt. Jedes Detail kann eine Rolle spielen. Fragen Sie Verwandte nach unbekannten Personen auf Fotos oder Unklarheiten in Ihrem Stammbaum.

Tipp für eine bessere Erinnerung:
Stellen Sie Fragen immer aus der Sicht der befragten Person. Statt kompliziert zu fragen: „Wie hieß der Bruder deines Vaters?“, fragen Sie lieber direkt: „Wie hieß dein Onkel?“. So fallen den Verwandten Erinnerungen viel natürlicher ein.

Schritt 3: Aufbau eines Heimarchivs (Dokumente und Fotos)

Heiratsurkunde Kolorierte historische Fotos der Familien Pavlov, Jamrich und Šupa

Nehmen Sie für den Anfang Ihren gezeichneten Stammbaum zur Hand – er dient als Startpunkt, um Verwandten die Zusammenhänge besser erklären zu können.

Die Basis bilden sämtliche Dokumente, die in der Familie verfügbar sind: Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunden, Kaufverträge, Zeugnisse, Gesellenbriefe oder alte Ausweise. Es genügt natürlich, Fotokopien oder digitale Versionen davon zu haben.

Erstellen Sie analog dazu ein Fotoarchiv. Gehen Sie alte Alben durch und tragen Sie Fotos von Vorfahren, Häusern und bedeutenden Ereignissen zusammen. Oft stoßen Sie auf Bilder, bei denen unklar ist, wer darauf zu sehen ist – befragen Sie die ältesten Familienmitglieder und versuchen Sie, die Personen zu identifizieren, solange es noch möglich ist. Für die zukünftige Forschung ist es ideal, alle Fotos und Dokumente zu scannen.

Tipp für digitale Ordnung:
Speichern Sie alles in Ordnern nach Nachnamen sortiert auf Ihrem Computer. Benennen Sie die Dateien einheitlich und sachlich, z. B.: 1920-hochzeit-stanislav-rabek-und-vera-zemanova.webp
Notieren Sie bei Papierfotos die Namen mit einem weichen Bleistift auf der Rückseite.

Schritt 4: Übertragung des Stammbaums in elektronische Form

Beispiel für handgezeichnete Stammbäume und Ahnenlisten in einem Notizbuch

Die Papierversion meines Stammbaums habe ich nur für meine grundlegende Übersicht geführt. Sobald man jedoch tiefer in die Geschichte eintaucht, werden Papieraufzeichnungen zu einer komplizierten Angelegenheit. Mein bereits verstorbener Verwandter, Herr Viktor Kašák Senior, führte einen solchen gewissenhaften, handgeschriebenen Stammbaum (siehe Bild oben) – es ist ein wunderschönes Andenken, aber für die weitere Forschung ist Papier schlichtweg limitierend.

Sobald Sie also die Daten auf Papier gesammelt haben, ist es Zeit, sie in digitale Form zu bringen. Die Übertragung in den Computer dient nicht nur dem Komfort; es ist Ihr erster Schritt zum Aufbau eines echten Archivs, das nicht verloren geht und das Sie leicht ergänzen, korrigieren und mit anderen teilen können. Ein digitaler Stammbaum öffnet Ihnen zudem die Tür zur automatischen Suche nach Übereinstimmungen und zur Verknüpfung von Familienzweigen – etwas, wovon unsere Vorfahren nicht einmal zu träumen wagten.


Es gibt viele Plattformen, aber für Forscher im tschechischen Raum sind vor allem diese zwei entscheidend:

1. MyHeritage – Die intuitive Nummer eins

MyHeritage.de hat sich bei mir aufgrund der intuitiven Bedienung und des Designs am besten bewährt.

Geheimtipp für die Registrierung:
Bei der ersten Registrierung auf MyHeritage wird das System wahrscheinlich Kreditkartendaten verlangen, um eine „Testversion“ zu aktivieren. Geben Sie nichts ein! Es reicht aus, in der Adresszeile des Browsers alles hinter dem Schrägstrich zu löschen (nur myheritage.de/ stehen lassen) und Enter zu drücken. Das System lässt Sie auch ohne Karteneingabe in die kostenlose Basisversion.
  • Online-Version: Kostenlos können Sie bis zu 250 Personen eintragen. Für größere Stammbäume ist ein Abonnement erforderlich, das Funktionen wie Smart Matches (Suche nach Übereinstimmungen in anderen Stammbäumen) oder erweiterte Fehlerprüfungen freischaltet.
  • MyHeritage Family Tree Builder: Wenn Sie nichts bezahlen möchten, können Sie dieses Programm für den PC nutzen, das kostenlos zum Download bereitsteht und eine unbegrenzte Anzahl an Personen ermöglicht, jedoch ohne kostenpflichtiges Konto auf Online-Synchronisierung und automatische Übereinstimmungen verzichtet.
  • Zusammenarbeit: Sie können lebende Verwandte ganz einfach per E-Mail in Ihren Stammbaum einladen, damit diese Sie bei der Forschung unterstützen.

Vorteile der kostenpflichtigen MyHeritage-Version:

  • Smart Matches: Automatische Suche nach Übereinstimmungen in Milliarden Profilen anderer Nutzer.
  • DNA-Genealogie: Detaillierte ethnische Herkunft und Suche nach genetischen Verwandten.
  • AI-Fotowerkzeuge: Unbegrenztes Kolorieren, Schärfen und Animieren (Deep Nostalgia™) alter Fotografien.
  • Historische Aufzeichnungen: Zugriff auf Milliarden Dokumente (Volkszählungen, Kirchenbücher, Militärunterlagen) weltweit.

2. FamilySearch – Das weltweite kostenlose Netzwerk

Wenn Sie eine völlig kostenlose Variante für den Online-Stammbaumaufbau suchen, ist FamilySearch die beste Wahl.

  • Alles kostenlos: Im Gegensatz zu MyHeritage gibt es hier keine Limits für die Personenzahl oder kostenpflichtige Funktionen zur Verwaltung des Baums.
  • Gemeinsamer Stammbaum: Funktioniert nach dem Prinzip eines einzigen weltweiten Stammbaums, in dem Sie auf Daten stoßen können, die andere Forscher bereits über Ihre Vorfahren erarbeitet haben.
  • Riesiges Archiv: Direkt von Ihrem Stammbaum aus haben Sie Zugriff auf Milliarden digitalisierter Kirchenbücher und Dokumente aus der ganzen Welt, einschließlich der Tschechischen Republik und der Slowakei.

Schritt 5: Wie man Aufzeichnungen und Notizen aus der Online-Suche richtig führt

Erfassung durchgesehener Kirchenbücher aus dem SOA Pilsen und Recherche im Programm Obsidian

Ohne ein ordentliches System für Aufzeichnungen und Notizen wird die Genealogie zum Chaos. Sobald Sie anfangen, Kirchenbücher zu wälzen, werden Sie nach zwei Stunden vergessen haben, wo Sie aufgehört haben und was Sie bereits überprüft haben.

Tipp: Notieren Sie auch das, was Sie NICHT gefunden haben.
Zu wissen, dass der gesuchte Vorfahre in einem bestimmten Kirchenbuch nicht vorkommt, ist für Ihre Suche genauso wertvoll wie ein direkter Fund – so müssen Sie dieses Buch nie wieder öffnen und sparen sich Monate vergeblicher Arbeit.

Goldene Regel: Was ich finde, notiere ich sofort

Bevor Sie zum ersten Mal blättern, installieren Sie kostenlos das Notizprogramm Obsidian oder nutzen Sie Google Tabellen. Ohne ein Notizsystem werden Sie dieselben Seiten fünfmal durchgehen.

1. Obsidian (Recherche-Tagebuch)

In Obsidian führen Sie keine Daten, sondern ein Protokoll Ihres Fortschritts. Es ist Ihr Detektiv-Notizbuch für die „Drecksarbeit“.

  • Dokumentation von Sackgassen: Ein Eintrag wie „Chválenice 01 - N 1717-1732 / 1-170 komplett durchgesehen, Jan Vicherek nicht enthalten“ ist entscheidend. Sie müssen dieses Buch nie wieder öffnen.
  • Sicherungspunkte: Wenn Sie die Arbeit unterbrechen müssen, notieren Sie: „Chválenice 01 - N 1717-1732 / 1-145 weiterarbeiten“. Nächstes Mal knüpfen Sie in Sekunden an.
  • Zusammenhänge: Notieren Sie Beobachtungen zur Handschrift oder Lokalität (z. B. „Der Pfarrer schreibt 'r' wie 'v'“).

2. Google Tabellen (Daten)

Hierher gehören nur saubere, verifizierte Fakten. Dies ist das Archiv für die eigentliche Stammbaumerstellung.

  • Struktur der Eintragung: Ereignis, Namen, Datum, Ort, Kirchenbuchnummer, Seite/Schnitt und detaillierte Transkription (Eltern, Zeugen, Anmerkungen).
  • Beispiel für einen Hochzeitseintrag: oo : Martin Řapek + Dorota Šimková (Witwe Kilpergrová) - 1.5.1787 Nezbavětice 5 / Chválenice 03 / 133 / Martinus filius defuncti Bartolomej Řapek sub Stahlavic, 30-0-0, ledig, Braut: Dorota vidua post defunctum Adalbertum Kilperyn, 30-0-0, Witwe, Zeugen: Antonín Řapek Knecht, Martin Horník Bauer aus Nezbavetic
  • Vorteil: Sie haben alles an einem Ort. Sobald Sie einen Datensatz so transkribiert haben, müssen Sie für Details nicht mehr ins Archiv zurückkehren.

Schritt 6: Suche nach Stammbäumen und Verwandten im Internet

Beispiel der Suche nach Vorfahren Bohumil Řábek in der Online-Datenbank MyHeritage

Sobald Sie alles übertragen haben, was Ihre Familie weiß, beginnt die eigentliche Stammbaumerstellung. Nutzen Sie für die Suche sowohl Tools direkt in den Genealogie-Portalen als auch klassische Suchmaschinen.

Tipp:
Scheuen Sie sich nicht, alles in den Online-Stammbaum einzutragen! Jede Beobachtung oder Information (z. B. „sollte 3 Geschwister in Pilsen haben“) hat ihr Gewicht und kann Sie später in die richtige Richtung führen.

Suche auf MyHeritage

Sie können die Bereiche Entdeckungen / Instant Discoveries oder Forschung ausprobieren. Wenn Sie Übereinstimmungen finden, ist das nur gut – forschen Sie nach und schreiben Sie anderen Nutzern; es ist gut möglich, dass bereits jemand einen Teil Ihres Stammbaums vor Ihnen eingegeben hat.

Achtung bei der kostenlosen Version:
MyHeritage zeigt Ihnen kostenlos an, dass eine Übereinstimmung gefunden wurde. Um Details zu sehen und die Übereinstimmung zu bestätigen, ist meist ein kostenpflichtiges Abonnement erforderlich. Dennoch ist es ein großartiger Hinweis darauf, dass es in anderen Stammbäumen Aufzeichnungen über Ihren Vorfahren gibt.

Google – das A und O der Suche

Wenn MyHeritage nicht ausreicht, kommt www.google.de ins Spiel.


Wie Sie effektiv suchen:

  • Anführungszeichen: Setzen Sie Namen in Anführungszeichen für eine exakte Übereinstimmung, z. B. "Řabek".
  • Ausschluss von Wörtern: Um falsche Ergebnisse zu filtern, verwenden Sie das Minuszeichen, z. B. "Stanislav Řábek" -rabek -jeřábek.
  • Verschiedene Formen: Suchen Sie in allen Varianten: Řábek, Řabek, Rabek sowie weibliche Formen (Řábková usw.).
  • Ausland: Suchen Sie in ausländischen Datenbanken grundsätzlich ohne Diakritika (Umlaute/Sonderzeichen).
  • Slowakische Namen: Achten Sie auf Abweichungen, z. B. Pavel = Pavol, Ludvík = Ľudovít.
Erscheint Ihnen das als zu viel mühsame Kleinarbeit?

Stecken Sie in der Kurrentschrift fest oder haben Sie keine Zeit für stundenlange Archivbesuche? Hier beginnt meine Arbeit. Schauen Sie sich an, was ich für Sie recherchieren kann.

Schritt 7: Digitalisierte Matriken und Dokumente

Eintrag im Geburtsbuch Radnice u Rokycan – Geburt von Josef Řábek

Hier finden Sie Links für die grundlegende Archivsuche in Tschechien und weitere interessante Seiten. Über die Suche in Matriken gibt es viele gute Artikel; nutzen Sie einfach Google.

Tipp für eine schnellere Recherche:
Bevor Sie anfangen, das Kirchenbuch Seite für Seite durchzublättern, schauen Sie nach, ob das Archiv auch Indexe anbietet (oft mit dem Buchstaben I gekennzeichnet). Dies sind im Grunde alphabetische Namenslisten für das jeweilige Matrikelbuch. Dort finden Sie Name, Jahr und vor allem die Seitenzahl (Folio), sodass Sie im Kirchenbuch gezielt suchen können. Das erspart Ihnen stundenlange Arbeit.

Wie man den richtigen Ort und die Pfarrei in Tschechien findet

  • Obce ČR – Datenbank der heutigen und historischen Gemeinden der Tschechischen Republik
  • Heritagefilms.cz – Kartenportal, das Pfarreien und Kirchen in Tschechien anzeigt

Matriken in digitalen Archiven

Hinweis: Schutzfristen (lebende Matriken) in Tschechien

In Online-Archiven finden Sie nicht alles bis zum heutigen Tag. Zum Schutz personenbezogener Daten gelten strenge gesetzliche Fristen, bevor ein Kirchenbuch digitalisiert und veröffentlicht werden darf:

Geburtsbücher: 100 Jahre
Trauungsbücher: 75 Jahre
Sterbebücher: 30 Jahre

Wenn Sie jüngere Einträge suchen, befinden sich diese nicht im digitalen Archiv, sondern weiterhin beim zuständigen Standesamt. Dort können Sie nur nach Nachweis einer direkten Verwandtschaft Einsicht nehmen.

Offizielle Archive in Tschechien

  • Prag - Archiv der Hauptstadt Prag (Stadtgebiet)
  • Mittelböhmen - SOA Prag (Mittelböhmische Region und Teil von Vysočina)
  • Westböhmen - SOA Pilsen (Regionen Pilsen und Karlsbad)
  • Nordböhmen - SOA Leitmeritz (Regionen Aussig und Reichenberg)
  • Südböhmen - SOA Wittingau (Südböhmische Region)
  • Ostböhmen - SOA Königgrätz (Regionen Königgrätz, Pardubitz und Teil von Vysočina – ehem. SOA Zámrsk)
  • Mähren - Mährisches Landesarchiv Brünn (Südmährische Region, Region Zlín und Teil von Vysočina)
  • Schlesien - Landesarchiv in Troppau (Mährisch-Schlesische und Olmützer Region)
  • Matriky.online – inoffizielles SOA Königgrätz und MZA Brünn (oft schneller als die offiziellen Portale)

Andere und ausländische Quellen

Historisch verknüpfte Personeneinträge – Zuwanderer, Soldaten ...

Allgemeines zur Genealogie

  • www.genealogie.cz – Tschechische genealogische und heraldische Gesellschaft in Prag
  • www.genea.cz – Genealogie-Seiten mit Anleitungen und Matrikenlisten
  • www.genebaze.cz – Genealogie-Portal in tschechischer Sprache mit wichtigen Links
  • www.cesarch.cz – Übersicht der Archive in Tschechien – Seite der Tschechischen Archivgesellschaft
  • genealogie.taby.cz – Sehr umfangreiches Genealogie-Forum mit der Möglichkeit, Einträge lesen zu lassen

Schritt 8: Detektivarbeit – Wenn Online-Kirchenbücher nicht ausreichen

Blick auf eine historische Matrikel im Archiv mit einer Lupe auf dem Nachnamen Řábek

Wenn Sie Ihre Vorfahren nicht in den digitalisierten Archiven des vorherigen Schritts gefunden haben, verzweifeln Sie nicht. Entweder sind die Aufzeichnungen noch nicht online oder sie fallen unter die Schutzfristen. In diesem Moment werden Sie zum Detektiv, der Kontakt zu den entsprechenden Behörden aufnehmen muss.

Tipp: Bevor Sie sich persönlich zum Amt oder Archiv begeben, empfiehlt es sich, dort zuerst anzurufen oder eine E-Mail zu schreiben. Vergewissern Sie sich, ob das konkrete Matrikelbuch noch vor Ort ist (oder ob es bereits an ein Archiv übergeben wurde) und fragen Sie vor allem, ob man bereit ist, den gesuchten Eintrag für Sie herauszusuchen und bereitzustellen. So ersparen Sie sich unnötige Wege und mögliche Enttäuschungen am Schalter.

Recherche bei Standesämtern und Behörden

  • Fristen: Denken Sie daran, dass Geburtsbücher, die jünger als 100 Jahre sind (Trauungsbücher 75 Jahre, Sterbebücher 30 Jahre), noch in den örtlich zuständigen Standesämtern aufbewahrt werden.
  • Direkte Linie: Bei diesen „lebenden“ Registern erteilt das Amt Informationen nur dann, wenn Sie eine direkte Verwandtschaftslinie nachweisen können (Eltern, Großeltern). Halten Sie Geburtsurkunden als Nachweis bereit.
  • Der menschliche Faktor: Auf den Ämtern gilt oft: Appellieren Sie an die Gefühle! Ein persönlicher Besuch oder eine höfliche Bitte am Telefon bewirken oft mehr als eine kühle, formelle E-Mail.

Schritt 9: Einsatz von KI bei der Erstellung des StammbaumsNeu

Illustration eines Roboters mit Lupe, der einen Eintrag in einem historischen Geburtsbuch mithilfe von KI liest

Moderne Technologien geben uns heute Werkzeuge an die Hand, die unsere Vorfahren für Magie gehalten hätten. Künstliche Intelligenz (KI) kann eine großartige Hilfe sein, aber in der Genealogie gilt die Regel: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Warnung: KI-Halluzinationen
Übernehmen Sie niemals einen von KI generierten Stammbaum ohne gründliche Prüfung! KI neigt dazu, Daten zu erfinden (halluzinieren), die auf den ersten Blick glaubwürdig klingen, aber völlig falsch sind. Verifizieren Sie jedes Datum und jeden Namen direkt im digitalisierten Original-Kirchenbuch. Betrachten Sie die KI als Ihren Assistenten, nicht als unfehlbaren Historiker.

Wo die KI Ihnen real helfen kann:

  • Übersetzungen und Grammatik: KI (z. B. ChatGPT, Gemini oder DeepL) hilft hervorragend bei der Übersetzung lateinischer, deutscher oder ungarischer Begriffe in den Matriken.
  • Fotorestaurierung: Werkzeuge zum Kolorieren und Schärfen alter Aufnahmen (z. B. integrierte Funktionen auf MyHeritage oder Tools wie Remini) können Wunder bewirken.
  • Transkription: Spezialisierte Tools (wie Transkribus) nutzen KI, um alte Handschriften in den Kirchenbüchern zu „lesen“, was die Übertragung erheblich beschleunigt.

Fazit: Ein paar Worte für den Weg

Die Erstellung eines Stammbaums ist ein Dauerlauf – er erfordert Tage, Wochen, aber nicht selten ganze Jahre der Forschung. Ich hoffe, dass Sie sich nicht von anfänglichen Misserfolgen entmutigen lassen und dass diese Anleitung Ihnen ein nützlicher Begleiter auf Ihrer Reise in die Vergangenheit war.

Ich wünsche Ihnen unermüdliche Ausdauer, einen scharfen Blick beim Lesen alter Kirchenbücher und vor allem Freude am Entdecken der Schicksale Ihrer Familie.

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Autor: Stanislav Řábek (2013) | Letzte Aktualisierung: 29. 04. 2026